Geschichte

Abschnitt 1: 1989 bis 1933

Im Jahre 1889 fanden sich einige junge Leute aus Wolfsanger zusammen, um einen Turnverein zu gründen. Da in den Vorjahren in der weiteren und näheren Umgebung von Kassel bereits mehrere Turnvereine gegründet wurden, fiel es auch in Wolfsanger nicht schwer, junge Leute zu finden, welche Interesse an der gesundheitlich fördernden Turnerei fanden. Nach mehreren Vorbesprechungen fand am 24. März 1889 die erste Versammlung im Lokal Karl Lohmann (Gasthaus "Zum Schwan") statt. Einige Mitglieder des Turnvereins Cassel-Rothenditmold waren vertreten und erläuterten Zweck und Ziel des Turnens. An diesem Tage wurde der Turnverein Wolfsanger von nachstehend aufgeführten jungen Männern gegründet:

1. Heinrich Attendorn
2. Heinrich Eckhardt
3. Wilhelm Eckhardt
4. August Fischmann
5. August Hilke
6. Wilhelm Jakob
7. Georg Koch
8. Karl Lohmann
9. Karl Oppermann
10. Heinrich Range
11. Ludwig Schade
12. Johannes Schindehütte
13. Gustav Schüssler
14. August Semmelroth
15. Friedrich Semmelroth I
16. Friedrich Semmelroth II
17. Justus Volkwein
18. Philipp Volland

Bei der Wahl des Vorstandes wurde Karl Lohmann 1. Vorsitzender, Philipp Volland Kassierer und August Semmelroth als Schriftführer gewählt. Das Turnen wurde, da in Wolfsanger noch keine geeigneten Kräfte vorhanden waren und in der Schule kaum Turnstunden gegeben wurden, von Mitgliedern des "Älteren Turnvereins Cassel-Rothenditmold" geleitet. Später kamen Turner von Kasseler Vereinen dazu und durch viel Fleiß in den Übungsstunden, wobei sogar manche Nachtstunde geopfert wurde, konnten gute Fortschritte erzielt werden. Es gehörte viel Idealismus dazu, den Verein lebensfähig zu halten, denn die Mehrzahl der Mitglieder hatte kaum das 18. Lebensjahr erreicht. Mit viel Energie und Fleiß, sowie persönlicher finanzieller Opfer, die jeder gern und selbstlos auf sich nahm, konnte schon im ersten Jahre des Bestehens ein Sommerfest gefeiert werden, zu dem 13 Vereine geladen waren. Bei der Teilnahme an Festen anderer Vereine macht sich das Fehlen einer Fahne bemerkbar. Es wurden Sonderbeiträge von den Mitgliedern geleistet und dem Verein wohlgesinnte Frauen und Mädchen aus der Gemeinde stellten Mittel zur Verfügung, so dass schon im Frühjahr 1890 eine Fahne bestellt werden konnte, mit dem Wahlspruch:
"Ein frisches Volk voll Einigkeit und Kraft ist das Panier der Deutschen Turnerschaft."

Die Fahne wurde beim Sommerfest 1890 geweiht. Leider wurde die Einigkeit des Vereins im Jahre 1893 durch andere Gesinnungen gestört. Es kam zur Teilung und der "Turnverein Jahn" wurde gegründet, der aber nach kurzer Zeit wieder aufgelöst wurde. Der Treue einzelner Mitglieder war es zu verdanken, dass sich der Verein nicht ganz auflöste. Es war bereits so weit, dass man die Turngeräte abholen wollte. Ganz allmählich erholte sich der Turnverein 1889 wieder. Viele junge Leute meldeten sich an, besuchten einige Turnstunden und kehrten dann ohne Grund dem Verein wieder den Rücken. Treu und gewissenhaft erfüllte ein Stamm von Turnern die von ihnen zu bewältigenden Aufgaben. Das Vereinslokal bei der alten Familie Lohmann war für die Turner eine recht gastfreundliche Stätte. Nach einigen Jahren, als der Sohn die Gaststätte übernommen hatte, entstanden Meinungsverschiedenheiten, die einen Lokalwechsel notwendig machten. Am 20. Februar 1904 wurde als neues Vereinslokal die Gaststätte des Mitgliedes Ernst Keck gewählt. Leider erwiesen sich die Räume als zu klein und der Wirt kam auch seinen Versprechungen nicht nach, so dass schon am 9. März 1 904 ein weiterer Lokalwechsel zu der Gastwirtschaft "Zum Balzerhof" durchgeführt wurde. Hier hatte der Verein jahrzehntelang eine bleibende Stätte. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass der damalige Bürgermeister Christian Appel dem Verein jede nur denkbare Unterstützung gewährte. Seine Treue und Fürsorge veranlasste die Vereinsleitung, ihn gemeinsam mit den Gründern des Vereins, Friedrich Semmelroth II und Gustav Schüssler, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Im Laufe der Jahre wurde neben dem eigentlichen Turnen an den Geräten das volkstümliche Turnen (Leichtathletik) zur Pflicht. Da keine geeignete Übungsstätte für diese Sportart vorhanden war, musste man zunächst das Training auf der Straße durchführen.
Auf Vorschlag des Mitgliedes Heinrich Reyer verhandelte der damalige Lehrer Heinrich Falk mit dem Hofbesitzer Hauptmann von Eschwege über die Verpachtung der Wiese an der Schule.
Zur Freude aller Mitglieder wurde auf dem Platz eine Gerätehalle errichtet. Durch diesen Erwerb war man ein großes Stück vorwärts gekommen.
Im Jahre 1906 gründeten Karl Dick, Fritz Schindehütte, Heinrich Semmelroth und August Wißling die Vorturnerschaft. Vorbildliche Zusammenarbeit der vorgenannten Mitglieder brachte es mit sich, dass die Vorturnerschaft auf 14 Vorturner erhöht werden konnte. Unermüdlich versuchten diese Mitglieder ihre Kenntnisse durch Besuche der Übungsstunden größerer Kasseler Vereine zu erweitern. Schon in diesem Jahre gelang es den aktiven Mitgliedern bei turnerischen Wettkämpfen 140 Preise zu erringen. Dieses wäre ohne Gründung der Vorturnerschaft kaum möglich gewesen.
Am 3. November 1907 übernahm Heinrich Reyer den Posten des 1. Vorsitzenden, den er bis zum Jahre 1934 mit großer Umsicht und persönlichen Opfern zum Wohle des Vereins ausführte. Seine großen Verdienste und sein unermüdliches Schaffen veranlassten den Verein, ihm zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen.
Im Jahre 1910 wurde dem Verein eine Damenabteilung angegliedert. Leider konnte diese sich nur zwei Jahre halten. Neben dem Turnen und der Leichtathletik wurde nun auch das Faustballspiel eingeführt und fand im Turnverein eine gute Pflegestätte.
Am 1. Juli 1913 wurde im Verein eine Knabenabteilung und erneut eine Turnerinnenabteilung gegründet, deren Leitung der damalige 1. Turnwart Heinrich Semmelroth übernahm.
Durch den Ausbruch des Weltkrieges 1914 - 1918 wurde der Turnbetrieb der Damenabteilung eingestellt. Im Jahre 1919 wurde der Turnbetrieb unter Leitung von Heinrich Semmelroth erneut wieder aufgenommen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich diese Abteilung zu einem festen Bestandteil des Vereines bis zum heutigen Tag. Im Jahre 1927 übernahm August Höhmann den Übungsbetrieb dieser Abteilung. Unter seiner Leitung wurden auf Bezirks-, Kreis-, Gau- und deutschen Turnfesten sehr viele Preise errungen, wodurch der Name des Vereins über die örtlichen Grenzen hinaus bekannt wurde.
Seit der Gründung der Knabenabteilung leitete Heinrich Semmelroth diese Abteilung bis zum Jahre 1922. Hiernach übernahm der damalige 2. Turnwart Christian Krause die Knabenabteilung, der in diesem Jahr eine Mädchenabteilung angegliedert wurde. Als das erfolgreichste Jahr dieser Abteilungen kann das Jahr 1924 genannt werden. Auf mehreren Turnfesten konnten viele Erfolge erzielt werden. Durch die auf opferungsvolle Arbeit von Heinrich Semmelroth und Christian Krause konnte dem Verein Jahr für Jahr ein gut ausgebildeter Nachwuchs zur Verfügung gestellt werden.
Im Juli 1914 feierte der Turnverein 1889 sein 25jähriges Bestehen unter Beteiligung fast aller Mitglieder des Vereins. Es war eine gut gelungene Veranstaltung. 80 Vereine aus dem Turngau Nordhessen/Waldeck nahmen an diesem Fest teil. Der damalige Gauvertreter Professor von Hanxleben betonte, dass dieses 25jährige Jubiläum einem Gauturnfest gleichkomme. Am 2. August 1914 begann der Krieg. Viele Mitglieder des Vereins wurden zum Kriegsdienst einberufen, so dass der Turnbetrieb zum Erliegen kam. Das damalige Vereinslokal "Zum Balzerhof" (heute "Zum Patte") wurde als Auslieferungslager für den Krieg in Anspruch genommen. Viele Turnbrüder mussten in diesem Krieg ihr Leben lassen, wodurch große Lücken in den aktiven Turn- und Sportbetrieb gerissen wurden.
Nach Ende des Krieges wurde vom Verein aus Anlass für die auf dem Felde Gebliebenen und der Heimkehrer eine Gedenkfeier "Die Waffen nieder" aufgeführt und von den Mitgliedern im Stillen Gedenken aufgenommen. Eine Ehrentafel für die Gefallenen wurde angefertigt und bekam einen würdigen Platz im Vereinslokal. Im Jahre 1919 wurde der Turnbetrieb unter Leitung des gesamten alten Vorstandes wieder aufgenommen. Neu hinzu wurde Christian Krause als 2. Turnwart gewählt. Erfreulicherweise nahm der Turnbetrieb einen guten Aufstieg, so dass im Jahre 1920 auf dem Gauturnfest in Wolfhagen beachtliche Siege errungen werden konnten. Im Jahre 1920 wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Einige Mitglieder stellten den Antrag: "Austritt aus der Deutschen Turnerschaft und Anschluss an den Arbeiter Turn- und Sportbund", welcher jedoch mit großer Mehrzahl abgelehnt wurde.
1922 fand das Gauturnfest in Korbach statt. Obwohl nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung einige gute Turner ausgeschieden waren, konnten erfreulicherweise viele Turner als Sieger nach Hause kehren.
1924 feierte der Turngau Nordhessen/Waldeck sein 50jähriges Bestehen in der Kasseler Stadthalle, wobei sich der Turnverein beteiligte. Während der nun folgenden Jahre entwickelte sich der Turnbetrieb von Jahr zu Jahr. Bei einem Vergleichskampf zwischen dem 1. und 4. Bezirkstellte der Turnverein Wolfsanger 3 Turner und 2 Turnerinnen. Das jährlich stattfindende Bühnenschauturnen fand bei der Bevölkerung Wolfsangers guten Anklang.
Bei dem Deutschen Turnfest 1 928 in Köln errang die Turnerin Anna Süß im Siebenkampf einen beachtlichen Sieg und bei dem Kreisturnfest in Northeim im Jahre 1930 konnte der Verein vier Siege erringen.
1933 beim Deutschen Turnfest in Stuttgart konnten die Turnerinnen Anna und Regina Süß als Siegerinnen nach Hause kehren. 1933 wurde in der Deutschen Turnerschaft eine Neueinteilung vorgenommen. Die Gaue und Kreise wurden neu eingeteilt. Von diesem Zeitpunkt an gehörte der Turnverein zum Kreis Kassel. Die bis zum Jahre 1 933 bestehenden Vereine "Arbeiter-Turn- und Sportverein 1905" und der "Radfahrverein Solidarität Wolfsanger" wurden dem Turnverein 1889 angeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt hatten wir in Wolfsanger nur einen Turn- und Sportverein.

Abschnitt 2: 1933 bis 1950

Die Vorstandsmitglieder beider Vereine kamen nach der Auflösung zusammen, um das vorhandene Vereinsvermögen dem Turnverein 1889 zu übergeben. Der Turn- und Sportbetrieb entwickelte sich nach dieser Zusammenlegung außerordentlich gut. Neben den bereits bestehenden Abteilungen wurde im Jahre 1933 eine Boxabteilung gegründet, die sich in kurzer Zeit eines regen Trainingsbetriebes aller Altersklassen erfreute. Die Abteilung wurde von Gustav Groß geleitet, der auch gleichzeitig das Training übernahm. Veranstaltungen gegen Hann. Münden, BSK 1926 Kassel und Kurhessen Kassel wurden mit gutem Erfolg durchgeführt.
Ende der dreißiger Jahre wurde der Turnbetrieb in die Gastwirtschaft "Gemeindeschänke" verlegt, da im Saal des alten Vereinslokals "Zum Fuldagarten" Einquartierungen vorgenommen wurden.
Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges fand sich die Vereinsfamilie zur Feier des 50jährigen Jubiläums in der Gemeindeschänke zusammen. Die Feier fand im vereinsinternen Rahmen statt und nahm einen würdigen Verlauf.
Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges und die damit verbundene Einberufung fast aller aktiven Sportler und vieler passiver Vereinsmitglieder zum Wehrdienst kam der gesamte Sportbetrieb zum Erliegen. In der Nacht vom 3. zum 4. Oktober 1943 wurde der Stadtteil Wolfsanger durch einen verheerenden Bombenangriff fast völlig zerstört. Bei diesem Angriff wurden sämtliche Turn- und Sportgeräte vernichtet. Auch die Vereinsfahne wurde ein Opfer der Flammen.
Nach Beendigung des Krieges lag der gesamte Sport vollständig am Boden. Am 11. November 1945 wurde die Turn- und Sportvereinigung Wolfsanger" gegründet, mit dem sich im Jahre 1946 der "Turnverein Wolfsanger 1889" vereinigte. Der erste Vorsitzende des neuen Vereins wurde Hans Dippel. Der Anfang war mit großen Schwierigkeiten verbunden. Naben der schon erwähnten Vernichtung der Sportgeräte war auch der Sportplatz durch mehrere Bombentreffer in ein Trümmerfeld verwandelt. Mit unermüdlichem Idealismus und in zäher Arbeit wurden diese Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt. Im Laufe der Zeit brachte es die Entwicklung im Kasseler Sport mit sich, dass die alten traditionsreichen Namen wieder angenommen wurden. Der bestehende hiesige Verein erhielt nun wieder den alten Namen "Turn- und Sportverein 1889 Wolfsanger". Der 1 . Vorsitzende Hans Dippel hatte es verstanden, die Vereinsfahne des "Arbeiter- Turn und Sportvereins 1905" über die Jahre 1933 - 1945 aufzubewahren. Er stellte sie nun dem Verein zur Verfügung.
Der aktive Sport wurde in allen Abteilungen gut vorangetrieben. Erwähnenswert dürfte sein, dass die Boxabteilung unter Leitung von Gustav Groß im Jahre 1946 eine Wohltätigkeitsveranstaltung durchführte, deren Reinerlös in Höhe von ca. 2600.- RM an die Invaliden des Stadtteiles Wolfsanger zur Verteilung kam.

Abschnitt 3: 1950 bis 2003

Im Jahre 1950 trennten sich eine Gruppe von Fußballspielern vom Verein und gründeten den "Rasensportverein 1950 Wolfsanger". Nach anfänglichen Erfolgen fehlte es diesem Verein an einem Stamm von aktiven Mitgliedern, so dass er im Jahre 1957 nicht mehr lebensfähig war und den Vereinsbetrieb einstellte. Die stetige Aufwärtsentwicklung brachte es mit sich, dass die vom Kreis und Gau veranstalteten Feste von aktiven Mitgliedern unseres Vereins besucht wurden und dabei zahlreiche Erfolge bei den Wettkämpfen erzielten. Bei dem Deutschen Turnfest in Hamburg im Jahre 1953 errang der Ehrenoberturnwart Heinrich Semmelroth einen Sieg. Fünf Jahre später beim Deutschen Turnfest in München beteiligten sich an den Wettkämpfen: Ursula Röth, Ingrid Böning und Albert Röth. Alle drei errangen einen Sieg. Beim Deutschen Turnfest in Essen vertrat Albert Röth unseren Verein und erreichte von 1200 Teilnehmern den 30. Rang.
Im Laufe der Zeit war der Sportbetrieb mit seinen Sparten Turnen, Handball, Fußball, Faustball und Tischtennis im Saal der "Gaststätte Hahn" nicht mehr durchzuführen. Da auch das Schulturnen unter diesen Verhältnissen litt, entschloss sich die Stadtverwaltung eine Turnhalle zu bauen, die gleichzeitig geeignet sein sollte, kulturelle Veranstaltungen durchzuführen. Im Jahre 1954 wurde die Turnhalle durch den Magistrat der Stadt Kassel ihrer Bestimmung übergeben. Der alte Sportplatz war den sportlichen Erfordernissen, die von unserem Verein und der Schule an ihn gestellt wurden, nicht mehr gewachsen.
In vorbildlicher Weise wurde von der Stadtverwaltung ein Sportgelände erschlossen, das den Anforderungen gerecht wurde. Im Jahre 1960 wurde diese Sportstätte unter Beteiligung der Bevölkerung Wolfsangers durch den damaligen Bürgermeister Dr. Branner eingeweiht. Unsere Dankbarkeit gegenüber der Stadtverwaltung besteht darin, dass diese Sportstätten von allen Abteilungen unseres Vereins rege genutzt werden, zum Wohle der geistigen und körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend.
Im Jahr 1964 feierte der Verein sein 75jähriges Bestehen.
Am Samstag, den 27. Juni, fand in der Kulturhalle ein Festkommers unter großer Beteiligung der Bevölkerung und befreundeter Vereine statt.
Am Sonntag, den 5.7. stellten sich alle Abteilungen auf dem Sportplatz mit Darbietungen vor.
Am 25. März 1979 wurde das 90jährige Bestehen des Vereins im kleinen Rahmen gefeiert. Anlässlich einer Feierstunde in der Gaststätte Teuteberg konnten neben Vereinsmitgliedern, Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Sport begrüßt werden.
In den letzten 10 Jahren konnten die Abteilungen des Vereins eine stetige Aufwärtsentwicklung verzeichnen.
Der Mitgliederstand beträgt im Jubiläumsjahr 730 aktive und passive Sportkameraden und Sportkameradinnen.
1986 konnte von der Stadt Kassel ein Pavillon, der für Schulzwecke nicht mehr benötigt wurde, angemietet werden. Unter vorbildlicher Leitung von Hans-Joachim Meister wurde unter erheblichem Kostenaufwand des Vereins ein provisorisches Vereinsheim geschaffen, das von allen Abteilungen genutzt wurde.

Im Juni 1994 musste der Pavillon auf Anweisung der Stadt Kassel an die Fuldatalschule zurückgegeben werden. 
Dem Verein sind durch diese Maßnahme erhebliche Gelder verloren gegangen, da die Stadt Kassel nur einen kleinen Teil der investierten Kosten zurückerstattet hat.
Der Verein stand nun wieder ohne Vereinsheim da.

1999 wurde durch die Mitgliederversammlung am 13. September beschlossen, dass der TSV-Wolfsanger ein eigenes neues Vereinsheim errichten wird. Der Baubeginn erfolgte noch im gleichen Jahr. 
Eingeweiht wurde das Vereinsheim am 24.08.2002. 

Abschnitt 4: Vorsitzende des Vereins seit der Gründung im Jahr 1889:

1889 – 1893 Karl Lohmann, (TV Jahn)
1893 – 1902 Hans Staub
1902 – 1907 Hermann Landgrebe
1907 – 1934 Heinrich Reyer
1934 – 1935 Otto Billing
1935 – 1937 August Kranz
1937 – 1945 August Höhmann
1945 – 1948 Hans Dippel
1948 – 1949 Fritz Mösta
1950 – 1952 Otto Billing
1952 – 1960 Jakob Fischmann
1960 – 1962 August Kramer
1962 – 1963 Gerhard Fischmann
1963 – 1972 Gustav Raabe
1972 – 1978 Karl Döring
1978 – 1994 Hans Werner Haas
1994 – 2008 Gerhard Ullrich

2008 – 2009 kommiss. durch J. Henne + A. Zinn

2009 – heute Dr. Jürgen Henne


Die Zusammensetzung des Vorstandes im Jubiläumsjahr 1989

1. Vorsitzender Hans Werner Haas 
2. Vorsitzender Wolfgang Fischmann 
Kassierer Günter Beyer 
Schriftführer Dietmar Schiller 
Aktiver Beisitzer Jürgen Wöllenstein 
Passiver Beisitzer Horst Walper 
Hauptsportwart Fred Gieseler 
Jugendwart Jochen Biedermann 
Turnen Gerda Brencher 
Fußball Hans Joachim Meister 
Handball Gerhard Ullrich 
Tischtennis Wilfried Wollenhaupt 
Vertreter Hildebrandschule Helmut u. Ruth Schmidt


Mit dem 100jährigen Bestehen des TSV 1889 Kassel-Wolfsanger kann auch die Turn-abteilung ihr 100jähriges Jubiläum feiern. Eine ausführliche Abhandlung über die Entwicklung des Geräteturnens ist aus der Vereins-Chronik zu ersehen. Während wir in den Jahren 1952 - 1963 eine sehr starke Turnerinnen- und Turnergruppe bei den Erwachsenen hatten, fanden sich leider in den letzten Jahren keine Turnerinnen und Turner zusammen, und das Geräteturnen der Erwachsenen konnte leider nicht mehr durchgeführt werden.
1962 wurde unter der Leitung von Gerda Brencher eine Frauen-Gymnastik Gruppe gegründet. Diese Abteilung ist eine der aktivsten Gruppen des Vereins. An allen Gauturnfesten und Veranstaltungen des Turngaues Nordhessen haben Gymnastinnen teilgenommen.
Anfang 1972 fanden sich einige Frauen in der Hildebrand-Schule zu einer Gymnastik-Gruppe zusammen. Mit viel persönlichem Einsatz wird diese Gruppe von Ruth Schmidt und Frau Tippelt - als Übungsleiterin - geführt und hat einen sehr guten Zuspruch.
Mit viel Engagement wird von Brigitte Claus das Kinderturnen geleitet. An allen Gau-Kinder-Turnfesten und Einzelwettkämpfen der letzten Jahre haben Kinder unseres Vereins teilgenommen. Beim Sensenstein-Bergturnfest konnte Bianca Claus bereits zweimal in ihrer Klasse den 1. Platz erreichen.
1954 wurde auf Vorschlag von Hans-Werner Haas das Jedermann-Turnen ins Leben gerufen. Mit viel Freude sind die Männer und Frauen bei den Übungsstunden. Die Übungsstunden werden von Hans-Werner Haas und Joachim Alex geleitet.
Turnen und Wandern gehört schon immer zusammen. Die Mitglieder der Turn Abteilungen sind bei allen Gau-Wanderungen immer dabei. 1955 hat Heinz Zabel das Amt des Vereins-Wanderwart übernommen. Seit dieser Zeit wird nicht nur an den Gau-Wanderungen teilgenommen, sondern es werden auch von Heinz Zabel hervorragend vorbereitete Vereins-Wanderungen durchgeführt. Gerda Brencher

Die Fußballabteilung: Hans J. Meister

Nachdem das Fußballspiel von England aus auch in Deutschland mit großem Erfolg eingeführt wurde, brachte es die sportliche Entwicklung mit sich, dass auch der Turnverein Wolfsanger diese Sportart aufnahm. Im Jahre 1921 fanden sich junge Männer zusammen, die unter erschwerenden Umständen eine Mannschaft aufstellten und schon bald mit dem Spielbetrieb begannen. Mit viel Fleiß und gutem Einsatz aller aktiven Spieler sowie durch Zugang einiger Spieler von Kasseler Vereinen konnte die Mannschaft schon in der Spielserie 1921 /22 Meister der C-Klasse werden. Nachdem die Mannschaft in der Serie 1922/23 auch Meister der B-Klasse wurde, spielte sie von da ab in der A-Klasse mit wechselndem Erfolg bis zur Trennung zwischen Turnen und Sport im Jahre 1925. Fast sämtliche Fußballspielenden Vereine Kassels schlossen sich dem Westdeutschen Spielerverband an. Die in der deutschen Turnerschaft eingeführte Spielrunde wirkte sich sehr ungünstig aus. Die weiten Anreisen zu den Serienspielen, welche bis in den Raum Hersfeld und Fulda gingen, und große finanzielle Opfer von den Spielern forderten, führten dazu, dass in 1926 der Spielbetrieb im Turnverein Wolfsanger vorübergehend eingestellt wurde. In Wolfsanger wurde durch den sich vom Arbeiter- Turn- und Sportverein 1905 abgesonderten und im Jahre 1926 gegründeten Fußballverein 1926 weiterhin Fußball gespielt. Nachdem im Jahre 1933 die Gleichschaltung sämtlicher Vereine erfolgte und in Wolfsanger nur noch ein Sportverein bestand, dauerte es noch geraume Zeit, bis im Jahre 1937 wieder eine Fußballabteilung entstand. Als Abteilungsleiter wurde der noch heute tätige Sportkamerad Fritz Mösta eingesetzt. Durch den Bau der Flak-Kaserne auf der Hasenhecke und dem guten Einvernehmen mit dem Sportoffizier, Leutnant Freiburg, konnten dem Verein gute Spieler zugeführt werden, die an der Entwicklung der Abteilung regen Anteil hatten. Durch den Neuzugang von aktiven Spielern musste schon bald eine II. Mannschaft aufgestellt werden. Um für Nachwuchs zu sorgen, wurde auch eine Jugendmannschaft aufgestellt, welche sich schon nach kurzer Zeit mit wechselndem Erfolg an den Serienspielen beteiligte. Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges und die damit verbundene Einberufung fast sämtlicher aktiven Spieler kam auch in der Fußballabteilung der Spielbetrieb zum Erliegen. Nach Beendigung des Krieges fanden sich die Spieler wieder zusammen, um die Abteilung neu aufzubauen, welches durch das Fehlen der Gefallenen und noch in Gefangenschaft befindlichen Fußballspieler nicht leicht war. Nachdem der durch Bombentreffer zerstörte Sportplatz wieder einigermaßen hergestellt war, wurde im Jahre 1946 der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Hans Kreis, Fritz Mösta und Heinz Muster leisteten für die Abteilung wertvolle Arbeit. 

Im Jahre 1950 trennten sich eine größere Menge von Spielern und passiven Mitgliedern vom Verein und gründeten den "Rasensportverein 1950 Wolfsanger". Nur durch den Einsatz der im Verein verbliebenen Spieler sowie dem Einspringen einiger Handballspieler war es möglich, den Spielbetrieb aufrecht zu halten. Mit wechselndem Erfolg wurde an den Serienspielen in der B-Klasse teilgenommen. Nachdem im Jahre 1957 der "RSV 05 Wolfsanger" sich als Verein auflöste und einige Spieler zurückkehrten, nahm die Spielstärke wieder zu, und unsere 1. Mannschaft ist in den letzten Jahren stets in der Spitzengruppe zu finden. Das Gleiche ist zur 2. Mannschaft zu sagen. Die in den letzten Jahren durch Günter Gronemann geführte Abteilung verbindet eine gute kameradschaftliche Einigkeit. Erwähnenswert seien noch die Freundschaftsspiele der 1. Mannschaft, die sie unter erheblichen finanziellen Opfern in den letzten Jahren in Lengfurth, Kewa-Wachen-Buchen, Berlin und München-Massing ausgetragen haben und somit den Namen des Vereins auch über die Grenzen Kassels bekannt machten.
Bis zum Jahr 1982 wurde die Fußballabteilung von Günter Gronemann geführt, dem ich an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für 18 Jahre Vereinsarbeit sagen möchte.
Mit Roland Schellhase kam ein Mann, der dynamisch und ehrgeizig die Fußballabteilung bis 1985 leitete. '
Im Jahr 1985 habe ich meine Arbeit als Abteilungsleiter der Abteilung Fußball begonnen. Ich war mir von Beginn an im Klaren, dass eine Abteilung mit 200 Mitgliedern, davon 100 Jugendliche, zu führen und sportliche Erfolge zu haben, Einsatz fordert. Vom 1. Tag an konnte ich auf Unterstützung meiner Frau bauen. Fleißige Hände, wie Günter Gronemann, 18 Jahre Abteilungsleiter, und Roland Schellhase, 3 Jahre Abteilungsleiter, sowie Trainer und Betreuer der Mannschaften, Altherrenmannschaft und die komplette Jugendabteilung standen mir weiter zur Verfügung und so konnten wir gute sportliche Erfolge verbuchen.
So wurde der so wichtige Aufstieg aus der B- in die A-Klasse mit Gerd Grau als Trainer geschafft, um für die Jugend einen sportlichen Anreiz zu bieten. Auch im Jugendbereich mit Jugendleiter Michael Ludolph war die für unseren Ortsteil so wichtige Jugendarbeit, nicht mehr aufzuhalten.
Die Reserve mit Trainer und Betreuer Gerhard Fischmann schaffte den Aufstieg von der D- in die C-Klasse. Hervorragende Arbeit wurde auch von der Altherrenmannschaft geleistet, die heute im Jubiläumsjahr unter Heinrich Batz in der Bezirksklasse spielt.

Die Fußballjugendabteilung stellt sich vor: 

Nachdem im Jahr 1982 ein erneuter Versuch mit Jugendarbeit in der Fußballabteilung gewagt wurde, stellten sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten bald erste Erfolge ein, wobei die Spielserie 1987/88 einen (vorläufigen?) Höhepunkt darstellte:
Die B-Jugendmannschaft (14-16 Jahre) und die C-Jugendmannschaft (12-14 Jahre) wurden jeweils Vize-Kreismeister in ihren Altersklassen. Doch Jugendarbeit in der Fußballabteilung des TSV WOLFSANGER beinhaltet nicht nur sportliche Zielsetzungen, sondern auch außersportliche Aktivitäten. So gehört die Abschlussfahrt der B-Jugendmannschaft nach Dänemark mittlerweile fast zur Selbstverständlichkeit. Auch eine Fahrt der A-Jugendmannschaft nach Prag trug zur Festigung der Kameradschaft der jungen Fußballer bei. Mit der baldigen Fertigstellung des Pavillons sollte auch die Möglichkeit gegeben sein, noch bestehende Defizite im Bereich der außersportlichen Arbeit zu beseitigen. Abschließend seien hier noch die Trainer und Betreuer genannt, ohne die eine Abwicklung des Spielbetriebs von 103 Jugendfußballern in 6 Mannschaften nicht möglich ist und denen an dieser Stelle mein besonderer Dank, für die gute Zusammenarbeit in den zurückliegenden 3 Jahren, gilt:

Jürgen Wöllenstein (A-Jugend) 
Heinz Batz (B-Jugend) 
Rolf Casselmann (C-Jugend) 
Thomas Reese (D-Jugend) 
Eckart Wille (F-Jugend) 
Michael Aschenbrenner (F-Jugend) 
Michael Ludolph Jugendleiter

Abteilung Tischtennis:

Der Gedanke zur Gründung einer Tischtennis-Abteilung wurde erstmalig auf der Jahreshauptversammlung 1953 vorgetragen.
Zum 1. Abteilungsleiter wurde damals Wilhelm Krause benannt. Jedoch war dieser erste Gründungs-Versuch leider nur von kurzer Dauer.
Erst im zweiten Anlauf, 1955, konnte durch den Abteilungsleiter Herbert Billing eine TT-Abteilung aufgebaut werden, die bis heute Bestand hat.
Die offizielle Aufnahme in den HTTV und die Meldung einer ersten Senioren Mannschaft für den Serien-Spielbetrieb in der Kreisklasse B wurde dann in 1956 beantragt.

Anfängliche Schwierigkeiten im Spiel- und Trainingsbetrieb, die durch zeitliche (nur 1 Tag pro Woche) und räumliche Einschränkungen (erst Gaststätte Hahn, später Kulturhalle) bedingt waren und durch die fehlende Spielpraxis, ließen die ersten Erfolge noch ausbleiben.

Nach fünfjähriger kontinuierlicher Aufbauarbeit mit Höhen und Tiefen, stabilisierte sich die TT-Abteilung. Dies zeigte sich in den guten Platzierungen der Serien- und Pokalwettbewerben und in der Meldung von weiteren Senioren-Mannschaften.

In dieser Zeit wurde auch die Tätigkeit in der Jugendarbeit aufgenommen. Die erste Jugendmannschaft wurde zur Spielserie 1960/61 gemeldet. Als weiterer Aufwärtstrend konnte damals die Meldung von 4 Senioren- und 4 Jugend bzw. Schülermannschaften bis zum Ende der 70er Jahre gewertet werden.
In diese Zeit fielen auch die bis heute nicht wieder erreichten Höhepunkte der TT-Abteilung.

Die 1. Seniorenmannschaft hatte sich in einer einmaligen Aufstiegsserie bis in die Gruppenliga hochgespielt und erzielte hier nennenswerte Erfolge.
Auch die Jugendarbeit hatte in dieser Zeit ein hohes Niveau.
Dies zeigten die beachtlichen Erfolge von Frank Wollenhaupt, einem Schüler unserer Abteilung. Frank Wollenhaupt belegte bei den Hessen- und Südwestdeutschen Meisterschaften der Schüler im Einzel jeweils einen 3. Platz und wurde im Doppel Hessenmeister.

Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre wurde die TT-Abteilung auch international aktiv.
In diesem Zeitraum wurden drei internationale Schüler- und Jugendturniere in der Emil-Junghenn-Halle mit Teilnehmern aus fast allen westeuropäischen Ländern veranstaltet.

Hervorzuheben sind hier die Siege in den Kreispokalwettbewerben der Senioren 1897 der Kreisklasse A und der männlichen Jugend und Schüler 1987 in der 1. Kreisklasse.
Durch intensive Jugendarbeit wird heute versucht, aus dem eigenen Nachwuchs ein entsprechendes Spielerpotential aufzubauen, um wieder an die guten Zeiten anknüpfen zu können.
Wir hoffen auf eine positive Zukunft. 
W. Wollenhaupt

Die letzten Jahre verliefen wieder sehr wechselhaft.
Durch den Abgang einiger Spitzenspieler konnten die hohen Spielklassen nicht mehr gehalten werden und man musste wieder zurück bis auf Kreisebene, in der wir auch heute noch tätig sind.

Die Tischtennisabteilung, zuletzt geleitet von Sk. Wolfgang Zinn, wurde im April 2002 aufgelöst und beim Hessischen Tischtennisverband abgemeldet.
Die Gründe hierfür waren vielfältig. Nachdem keine Jugendtrainer zur Verfügung standen, konnten auch keine jungen Spieler der Gruppe zugeführt werden. Einige ältere Spieler hörten auf oder wechselten zu anderen Vereinen. 
Trotz großer Bemühungen des Vorstandes konnte nicht verhindert werden, dass die Tischtennisabteilung aufgelöst werden musste. 

Handball: Gerhard Ullrich

Im Jahre 1922 war es unser Vereinsmitglied Philipp Ullrich, das in seiner Eigenschaft als Gauspielwart des Turngaues Nordhessen/Waldeck die Turnerspiele betreute. Ihm und dem Turnbruder August Kranz war es im unermüdlichen Einsatz, verbunden mit großem Idealismus, gelungen, in unserem Verein eine Handballabteilung zu gründen. Etwa 15 Turnbrüder bildeten das Gerippe der 1. Mannschaft, die es schwer hatte, sich gegen die auf beachtlicher Stufe stehenden Fußballer zu behaupten. Außer der Mannschaft unseres Vereins gab es im hiesigen Bezirk nur ganz wenige. Der ganze Handballsport stand noch in seinen Kinderschuhen und die Spielauffassung war noch eine sehr primitive. So spielte unsere Mannschaft an einem kalten, regnerischen Tag gegen die des Turnvereins Waldau. Der Torwart hatte den Regenschirm aufgespannt und verschiedene andere Kameraden trugen unter der kurzen Sporthose noch ein lange Unterhose. Bis zum Jahre 1925 bestand der Spielbetrieb nur aus Freundschaftsspielen. Im Jahre 1926/27 nahm der Verein erstmalig mit einer Seniorenmannschaft an den Pflichtspielen des damaligen Turngaues Nordhessen teil. Seit dem Jahre 1928 erhielt die Handballabteilung von auswärts Verstärkung. August Kranz, der zu dieser Zeit Bezirksspielwart und Mitbegründer der Schiedsrichtervereinigung war, gab den Posten des Übungsleiters an Ludwig Presser ab. Seine moderne Spielauffassung, die er der Mannschaft beibrachte, war vom Erfolg gekrönt. Der Aufstieg von der C-Klasse zur B-Klasse war der Erfolg eines eisernen Trainings. Die im Jahre 1931/32 gegründete Jugendabteilung brachte der ersten Mannschaft wertvollen Nachwuchs. Im Jahre 1934, nach Auflösung der damaligen "Freien Turnerschaft Wolfsanger", ein Verein, welcher zur damaligen Zeit einen bekannten Namen hatte und bei den Spielen um die Bundesmeisterschaft des damaligen Arbeiter- Turn- und Sportbundes eine sehr starke Stellung einnahm, erhielt der Turnverein einen Zuwachs an Spielern, der es ermöglichte, nicht nur mit 2 Senioren-Mannschaften zu spielen. Es wurde eine Gemeinschaft aufgebaut, die vorbildlich in ihrer idealistischen Einstellung war und leider durch den Ausbruch des II. Weltkrieges zerstört wurde.
Nach Beendigung des Krieges wurden in Wolfsanger der Handballbewegung neue Impulse gegeben. Der damalige 1. Vorsitzende Hans Dippel hat zusammen mit einem Kreis rühriger Kameraden eine Aufbauarbeit geleistet, die vorbildlich war. Im Jahre 1949 drohte die Abteilung auseinander zufallen. Durch den Zugang von Hermann Haas, welcher sich als Spieler und Trainer zur Verfügung stellte, sowie die Übernahme der Abteilung durch Christian Reinhardt war ein ungewöhnlicher Aufschwung festzustellen. Viel Trainingsfleiß und gute Kameradschaft wurden im Jahre 1949 mit der Erringung des Turniersieges in Giflitz (Waldeck) gelohnt, der um so höher zu werten ist, da unsere Mannschaft nur gegen Gegner der A-Klasse des Kreises Waldeck spielen musste. Der Aufstieg von der B- in die A-Klasse erfolgte in 1 950. Als Kreispokal- und Bezirkspokalsieger stieg die 1. Mannschaft im Jahre 1953 in die Bezirksklasse auf. Um für Nachwuchs zu sorgen, wurde eine Schüler- und Jugendmannschaft gegründet, die sich schon nach kurzer Zeit an den Serienspielen mit gutem Erfolg beteiligten. Durch den Abgang einiger guter Spieler musste die 1. Mannschaft in 1954 aus der Bezirksklasse und in 1955 aus der A-Klasse absteigen. Die durch Hermann Haas in vorbildlicher Weise trainierten Jugendspieler füllten die entstandenen Lücken aus und sind für die 1. und 2. Mannschaft gute Spieler geworden. Mehr und mehr wurde das Hallenhandballspiel eingeführt, wobei sich auch unsere Abteilung beteiligte. Nach anfänglichem Start in der B-Klasse konnte der Aufstieg in die A-Klasse geschafft werden, wo unsere Mannschaft stets in der Spitzengruppe zu finden war. Nach mehrmaligem Anlauf gelang unserer 1. Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksklasse. Im Jubiläumsjahr steht die 1. Mannschaft in der Feldhandballserie in der B-Klasse ungeschlagen an der Spitze und hofft den Aufstieg in die A-Klasse zu schaffen.

Ab 1974 wurde die Nachwuchsarbeit innerhalb der Abteilung stark intensiviert. Diese Arbeit begann sich im Laufe der Jahre auszuzahlen. In der Hallenserie 77/78 wurde die männliche Jugend B ungeschlagen Bezirksmeister und qualifizierte sich für die Spiele um die Nordhessenmeisterschaft.
Der Fuldaer Vertreter SG Hainzell wurde im Heimspiel hoch bezwungen. Im entscheidenden Spiel musste die TSV Jugend bei dem TSV Dutenhofen in Gießen antreten. Bei Halbzeit lag unsere Mannschaft beinahe aussichtslos zurück. Mit einer großartigen kämpferischen Leistung wurde das Spiel jedoch noch herumgedreht und mit 13:12 Toren gewonnen. Durch diesen Sieg erreichte die Mannschaft das Endspiel um die Hessenmeisterschaft. Eine große Anhängerschar begleitete die Mannschaft zu diesem Spiel nach Bad Hersfeld. Gegner war die RG Rüsselsheim. Bis in die Schlussphase der Begegnung konnte sich keine Mannschaft absetzen. Dann gelang Steffen Vogt mit zwei Treffern der entscheidende Vorsprung für den TSV. Mit 14:12 Toren wurde die B-Jugend Sieger und Hessenmeister.
Bei den Spielen um die südwestdeutsche Jugendmeisterschaft war der Kräfteverschleiß unverkennbar. Trotzdem gab die Mannschaft in den Spielen gegen Uchtelfangen, Waldsee und Alzey nochmals alles.
Mit Abschluss der Serie 80/81 schaffte die 1. Männermannschaft endlich wieder den Aufstieg in die A-Klasse. Leider musste in diesem Jahr (1981) die Damenmannschaft aufgelöst werden. In den Jahren 1981 und 1982 wurden zahlreiche Kontakte ins Ausland geknüpft. Turnierbesuche in Spanien, der Schweiz und in Schweden folgten. Die männliche Jugend A konnte ein gut besetztes Turnier in Spanien gewinnen.

Die Männermannschaft wurde 1982 von Rainer Gau als Trainer übernommen. Unter seiner Leitung gelang es die Mannschaft in der A-Klasse zu stabilisieren. Ein Höhepunkt in unserer Arbeit war der Besuch der Bezirksoberschule Kanto aus Yokohama in Japan. 10 Tage waren die japanischen Schülerinnen und Schüler Gäste in Wolfsanger. Die Fülle der Eindrücke und Erlebnisse mit den Gästen aus Fernost war sehr groß. Beim Abschied flossen auf beiden Seiten viele Tränen. Wir hoffen sehr, dass es uns gelingt, nochmals Gäste aus Japan empfangen zu dürfen.
Unsere zahlreichen Kontakte mit ausländischen Mannschaften wurden 1985 mit einem Spiel gegen die Mannschaft von River Plate aus Argentinien erweitert. In diesem Jahr gelang es der männlichen Jugend A sich wiederum für die Oberliga Hessen zu qualifizieren. Die Mannschaft belegte einen ausgezeichneten 2. Platz in der Abschlusstabelle.
Auch der Neuaufbau einer Damenmannschaft gelang in diesem Jahr. Zahlreiche Spielerinnen schlossen sich dem TSV an. Unter der Regie von Rainer Gau und Manfred Freitag ging es mit unseren Damen rasch bergauf.
Die 1. Männermannschaft erkämpfte sich 1986 Meisterschaft in der A-Klasse und den Aufstieg in die 2. Bezirksliga. Bereits Wochen vor Abschluss der Runde stand die Mannschaft als Meister fest.
Recht erfreulich ging es auch 1987 weiter. Unsere Damen schafften ungeschlagen den Aufstieg in die A-Klasse.
Zu einem Höhepunkt wurde das Spiel unserer Männermannschaft gegen die Juniorennationalmannschaft der CSSR. Die Gäste aus der CSSR boten ausgezeichneten Handballsport. Auch unsere Damen tragen in diesem Jahr auf eine

Mannschaft aus der CSSR. Slovan Duslo Sala aus der 1. Liga der CSSR konnte ebenfalls mit einer guten spielerischen Vorstellung überzeugen. Beide Spiele waren eine hervorragende Werbung für den Handball und den TSV Wolfsanger. Mit der russischen Frauennationalmannschaft gastierte im August 1988 eine Weltklassenmannschaft bei uns. Ergebnis und Spielverlauf waren sicherlich unwichtig. Dieses Spiel war für unsere Spielerinnen ein tolles Erlebnis. Auch der Kontakt mit den Spielerinnen aus der UdSSR war hervorragend. Im Mai dieses Jahres wird es wahrscheinlich wieder zu einem Besuch der UdSSR-Frauen in Wolfsanger kommen.

Unsere Männermannschaft leitete mit dem Spiel gegen Tatra Koprvcnice aus der CSSR die Hallenserie 88/89 ein.

 

 

 

 

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